Vogelnisthilfen und Fledermauskästen als Ersatz für verlorene Bäume – Ergebnisse für das Jahr 2025
Im Winterhalbjahr 2025/2026 stand nochmals die Reinigung unserer Vogelnisthilfen und Fledermaushöhlen im Projektgebiet an. Im Vergleich zum Vorjahr kamen weitere Nisthilfen hinzu:
- An den Landstraßen bei Berschweiler, Dirmingen und Marpingen mussten aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht nochmals drei Bäume (eine Eiche und zwei Kirschen) und eine Erlengruppe gefällt werden. Als Ersatz wurden Ende 2025 fünf Fledermaushöhlen (Typ 2F) und ein Starenkasten am Schullandheim Berschweiler ausgebracht. (Diese wurden bei den Ergebnissen zum Besatz 2025 folglich noch nicht berücksichtigt.)
- Zusätzlich wurde in der Alsbach-Aue bei der Fällung von fünf sturzgefährdeten Fichten diese auf ca. 3 m gekappt, sodass die Stämme als stehendes Totholz verbleiben.
- An der ILL bei Eppelborn musste eine Erlengruppe notgefällt werden, welche sich Richtung Fußweg und Bahnlinie neigte. Ebenso mussten an der Zufahrt zur Fischerhütte Eppelborn eine Ulme und eine Baumgruppe (dünne Hainbuchen) gefällt werden. Es werden noch Fledermaushöhlen und Vogelnisthilfen als Ersatz hierfür ausgebracht werden.
- In der ILL-Aue Eppelborn wurde eine Fledermaushöhle Typ 2F erneuert, an dem die Vorderwand verloren ging.
- Letztlich mussten an der Bahnlinie bei Dirmingen zwei Erlengruppen gefällt werden. Hier konnte der Stamm einer Erle auf ca. 3 m Höhe gekappt werden, welcher sich zu einem Totholzstamm entwickeln darf. Daher mussten hier keine Nisthilfen ausgebracht werden.
Letztere Maßnahme (Stehenlassen von Totholzstämmen) werden wir in Zukunft primär als Ausgleich verfolgen, da jede natürliche Höhle (z.B. Spechthöhle) besser ist, als ein künstlicher Nistkasten und zudem immer wieder neu entsteht und keine Pflege benötigt. Oftmals ist ein Stehenlassen eines Teils des Stammes jedoch in unserer von Wegen und Straßen durchzogenen Landschaft aber nicht möglich.
Sechs Nistkästen und drei Fledermausflachkästen gingen verloren und wurden bisher noch nicht ersetzt: Fünf Nistkästen und zwei Flachkästen wurden im Wald hinter dem Schullandheim durch Forstarbeiten zerstört, entweder sind sie mitsamt gefällten Bäumen abtransportiert worden oder aber die Nistkästen waren zerstört. Im Falle eines Flachkastens war es das zweite Jahr in Folge, dass Fichtenholz gegen die Stämme zweier alter Buchen gelagert wird und in diesem Zuge der Flachkasten abgerissen wurde (Abb. 1). Zudem waren am Bruchelsbach ein Flachkasten und eine Baumläufernisthilfe vollständig verfault und wurden entfernt.
Insgesamt beläuft sich die Anzahl unserer funktionstüchtigen Vogelnisthilfen in unserem Verbandsgebiet derzeit auf 125 (86 Höhlenkästen mit 28-35 mm Einfluglochdurchmesser, 16 spezielle Starenkästen mit 45 mm Einfluglochdurchmesser, 17 Halbhöhlen, fünf spezielle Nisthilfen für Baumläufer und eine für den Waldkauz). Abzüglich der Flachkästen, die verloren gingen, befinden sich derzeit insgesamt 50 Fledermaushöhlen und 32 Flachkästen in unserem Bestand (Tab. 2, Abb. 1).
Vogelnisthilfen: Ergebnisse 2025 und Vergleich mit den Vorjahren
Während der Brutzeit wurde nochmals das gleiche ca. 1 km lange Transekt pro Standort wie in den Vorjahren begangen. Bei den Kartierungen wurde wie gehabt stets ein Fernglas und die NaturaList App von www.ornitho.de verwendet, in welcher man im Gelände die Beobachtungen direkt mit GPS verorten kann. Auf diese Weise konnte sowohl ein direkter Besatz der Vogelnisthilfen (durch ein- und ausfliegende und futtertragende Altvögel und durch das Verhören von Jungvögeln im Kasten) nachgewiesen werden. Aufgrund der erhöhten zeitlichen Inanspruchnahme durch die ADEBAR 2-Brutvogelkartierung, wurden dieses Jahr nur die Transekte bei Eppelborn und Hirzweiler 4-mal während der Brutzeit begangen, die übrigen nur 1-2-mal bzw. der Brühlpark gar nicht (Tab. 1). Im Falle der Wasseramsel-Nisthilfen wurde während der Brutzeit dieses Jahr nur Zufallsbeobachtungen getätigt. Zu Bestimmung der Nester wurde BirdLife Schweiz (2021) genutzt.
Insgesamt lagen von fünf Standorten, an denen Nisthilfen angebracht wurden, Daten aus allen fünf Erfassungsjahren 2021-2025 vor (Alsweiler Bruchelsbach, Berschweiler Rohrbach, Berschweiler Schullandheim, Eppelborn ILL/Klingelfloß und Urexweiler Rübendellbach). An zwei Standorten liegen inzwischen Daten aus drei Jahren vor (2023-2025: zwischen Urexweiler und Hirzweiler sowie Berschweiler).
Über die Jahre hinweg wurden in etwa gleich viele Arten festgestellt (70-76: Abb. 2, Tab. 3), ebenso die möglichen bis sicheren Brutvögel darunter (54-63: Abb. 2, Tab. 3).
Insgesamt wurden inzwischen zusammen über die fünf Jahre 97 unterschiedliche Vogelarten auf den Transekten erfasst, wovon 71 mögliche bis sichere Brutvögel an den betrachteten Standorten darstellen. (Abb. 2, Tab. 1- 3).
Darunter befinden sich 18 Arten der Roten Liste des Saarlandes und ebenso viele Natura 2000-Arten (Tab. 1-3). Bestandsgefährdet sind besonders Arten aus Feld und Flur (Baumpieper, Braunkehlchen, Bluthänfling, Feldlerche, Feldsperling, Turteltaube, Wendehals und Wiesenpieper). Mögliche bis sichere Brutvögel unter den Natura 2000-Arten in den ausgewählten Gebieten unseres Vogelschutzgebietes sind Eisvogel, Grauspecht, Kuckuck, Mittelspecht, Neuntöter, Pirol, Rot- und Schwarzmilan, Schwarzspecht, Turteltaube, Weiß- und Schwarzstorch, Wendehals und Wespenbussard (Tab. 1-3).
In Abb. 3 sind die Gesamtartenzahlen und die der erfassten Brutvögel an den einzelnen Standorten mit Nistkästen zusammengefasst.
Am Standort „AlsweilerBruchelsbach“ wurden bisher pro Jahr immer etwa gleich viele Arten (insgesamt und Brutvögel) verzeichnet. Im Gegenteil zum Vorjahr, als wegen einer Straßensperrung nur eine Begehung stattfand, fanden Jahr 2025 nochmals zwei statt, dies genügte, um nochmals die Artenzahlen aus den Vorjahren zu erreichen.
Am Rohrbach bei Berschweiler wurde 2025 nur eine Brutzeitbegehung durchgeführt und daher weniger Arten als in den Vorjahren nachgewiesen; für das Jahr 2025 müssen die Daten als nicht repräsentativ gelten.
Auch die diesjährigen Beobachtungsdaten vom Berschweiler Schullandheim können als nicht repräsentativ gelten, da auch hier nur eine Begehung während der Brutzeit stattfand. Die Artenzahlen bleiben jedoch trotzdem im Vergleich zu den anderen Standorten hoch (40 Arten insgesamt, 36 Brutvögel: vgl. Tab. 1). Zudem scheint der ungeklärte Rückgang in den Artenzahlen vorerst gestoppt; es wurde sogar eine Art und zwei Brutvogelarten mehr als im Vorjahr nachgewiesen (vgl. Tab. 1, Abb. 3).
Das Artinventar in der ILL-Aue bei Eppelborn kann über die fünf bisherigen Erfassungsjahre als mehr oder weniger gleichbleibend bezeichnet werden (45-54 Arten insgesamt, 38-43 Brutvögel). Hier fanden sich wie auch im Vorjahr die höchste Anzahl von Arten insgesamt (N=51) und Brutvögeln (N=41) (vgl. Tab. 1).
Bei zwei Brutzeitbegehungen am Standort „Urexweiler Rübendellbach“ wurden zwar weniger Arten als im Vorjahr, aber vergleichsweise so viele wie in den Jahren zuvor nachgewiesen (27 Arten, davon 25 mögliche bis sichere Brutvögel).
Im „Wald zwischen Urexweiler und Berschweiler“ fand ebenfalls nur eine Begehung während der Brutzeit statt, sodass auch hier die Daten für 2025 nicht als repräsentativ gelten. Es wurde jedoch ein ähnliches Artinventar wie in den Vorjahren angetroffen (vgl. Tab. 1).
Zwischen Hirzweiler und Urexweiler wurden vier Begehungen zur Brutzeit durchgeführt. Hierbei stellte sich nochmals heraus, dass dieser Standort aufgrund seiner heterogenen Habitate sehr artenreich ist (46 Arten, davon 37 mögliche bis sichere Brutvögel). Diese Artenzahlen gleichen denen aus dem Vorjahr (vgl. Tab. 1).
Im Dirminger Brühlpark wurden dieses Jahr nur die Kästen gereinigt und es fanden keine Begehungen statt. Es wurden fünf Meisennester vorgefunden (Tab. 2).
Vogelnisthilfen: Erwähnenswerte Beobachtungen im Jahr 2025 an den einzelnen Standorten
Am Bruchelsbach bei Alsweiler wurde ein singender Pirol verhört (Erstnachweis für alle Standorte), zudem das erste Mal für diesen Standort ein Neuntöter-Männchen und Wacholderdrosseln während der Brutzeit. Seit 2021 wurde auch nochmals eine singende Gartengrasmücke festgestellt (Tab. 1).
Insgesamt wurden 71% der an diesem Standort ausgebrachten Nisthilfen 2025 angenommen (Tab. 2). Die Höhlenkästen wurden größtenteils von Meisen (N=13) belegt. Ein Starenkasten von der Zielart, einer vom Kleiber. Von den Halbhöhlen wurde dieses Jahr nur eine vom Grauschnäpper belegt (Tab. 2). Doppelbelegungen (zwei Nester übereinander) wurden dieses Jahr wie auch im Vorjahr an diesem Standort keine registriert, 2023 waren es aber interessanterweise sechs, 2022 vier und 2021 eine (Tab. 2). Drei der Meisenbruten wurden in Fledermaushöhlen verzeichnet (Tab. 2).
Am Berschweiler Rohrbach wurde zwar nur eine Begehung 2025 durchgeführt. Es konnten aber mit Baumpieper (Erstnachweis für alle Standrote) und Kuckuck (Erstnachweis für den Standort) und erwähnenswerte Beobachtungen von Rote-Liste-Arten getätigt werden. Zudem wurden hier das erste Mal singend Fitis und Klappergrasmücke verhört (Tab. 1).
Es wurde die Hälfte der acht Nisthilfen angenommen, eine Meisenbrut in einem Höhlenkasten, zwei in den Starenkästen zwei Bruten der Zielart und eine des Kleibers; Halbhöhlen und Baumläufernistkästen wurden nicht belegt. Zudem fanden sich eine weitere Meisenbrut in einer Fledermaushöhle; Doppelbelegungen fanden hier auch nicht statt (Tab. 2).
Am Berschweiler Schullandheim wurden trotz der nur zwei Begehungen einige erwähnenswerte Beobachtungen getätigt. „Highlights“ waren sicherlich ein rastendesBraunkehlchen und eine singende Turteltaube. Beim Mäusebussard wurden wie jedes Jahr im Juli (abseits der beiden Begehungen) am Schullandheim bettelnde Jungvögel verhört und beobachtet, sodass er – wie bisher jedes Jahr – als sicherer Brutvogel im Gebiet zählen kann (Tab. 1).
Von den verbliebenen 16 Höhlenkästen wurden 75% angenommen, wiederum hauptsächlich von den vorkommenden Meisenarten (N=10, zudem eine Doppelbelegung). Die restlichen Bruten stammten vom Star in speziellen Starenkästen am Schullandheim. Zudem konnte eine weitere Meisenbrut in einer Fledermaushöhle verzeichnet werden. Somit werden im vergangenen Jahr – trotz des Verlustes einiger Kästen – am Schullandheim zwischen 72 und 144 jungen Meisen und 8-16 Jungstare ausgeflogen sein.
In der ILL-Aue beiEppelborn wurden an Arten der Fließgewässer Eisvogel, Wasseramsel und Gebirgsstelze nachgewiesen, letztere brütetet auch in Gewässernähe in einer Nisthilfe. Von der Wasseramsel ist eine Brut in einer unserer Nisthilfen unter einer nahen gelegenen Brücke bekannt. Ein singender Feldschwirl im Großseggenried auf der Gallowayweidewurde nach langer Zeit wieder nachgewiesen, ob es zu einer Brut kam ist ungewiss. Die Zielarten des Beweidungsprojektes (Dorngrasmücke und Sumpfrohrsänger), die letztes Jahr – wohl wegen des Pfingsthochwassers – gänzlich als Brutvögel fehlten, waren wieder anwesend (Tab. 1).
Von den Höhlenkästen wurden 60% belegt, v.a. von Meisen (N=8, einmal Kleiber), aber es fanden auch vier Starenbruten in seinen speziellen Kästen statt. In einer Halbhöhle brütete auch hier ein Grauschnäpperpaar. Es kam zu keiner Doppelbelegung; zwei Meisenbruten wurden in den insgesamt 14 Fledermaushöhlen verzeichnet (Tab. 2).
Am Rübendellbach bei Urexweiler konnten von den erwähnenswerten Feldvögeln nochmals Goldammer und die vier Grasmückenarten (Dorn-, Garten-, Klapper- und Mönchsgrasmücke) nachgewiesen werden. Der Gartenrotschwanz und der für diesen Standort erste Nachweis der Nachtigall sind zudem erwähnenswert (Tab. 1).
Die Hälfte der Nistkästen wurde angenommen, insgesamt waren dies vier Meisenbruten (eine davon in einer Fledermaushöhle). Doppelbelegungen fanden nicht statt, auch wurden hier Halbhöhle und Baumläufernistkästen nicht belegt (Tab. 2).
Im Wald zwischen Berschweiler und Urexweiler sind drei singende Trauerschnäpper erwähnenswert; die Tiere scheinen in dem Waldgebiet von der langjährigen Unterstützung (früher einmal durch die NABU-OG, nun durch uns) mit Nisthöhlen zu profitieren (Tab. 1). 23 von 32 Höhlenkästen (=72%) wurden v.a. von Meisen genutzt, zudem fanden sich in zweien Nester vom Trauerschnäpper. Es kam zu fünf Doppelbelegungen (Tab. 2)
Zwischen Urexweiler und Hirzweiler sind die vier Grasmückenarten, Gartenrotschwanz, Goldammer und Haussperling zu erwähnen, ebenso singende Nachtigall und Feldlerchen. An Nahrungsgästen fanden sich Weißstorch, Mehl- und Rauchschwalben sowie Rot- und Schwarzmilan (Tab. 1).
Von erheblichem naturschutzfachlichem Interesse sind (aufgrund von bis dato ungeklärten bis zu 90% Bestandsrückgängen in den letzten Jahren der Art in Teilen Deutschlands, so auch im Saarland) ganz besonders die letzten Vorkommen des Feldsperlings im Verbandsgebiet. Diese wurden durch fünf Höhlenkästen auf einer Streuobstwiese weiter unterstützt, drei wurden direkt im ersten Jahr vom Feldsperling belegt, die anderen beiden von Meisen. Leider wurden auch drei frischtote Feldsperlinge im Januar bei der Reinigung gefunden. Diese wurden an die Universität Gießen zur weiteren Analyse auf Krankheiten und Pestizidrückstände eingeschickt.
Es wurden zudem insgesamt acht Höhlenkästen durch Meisen belegt, Doppelbelegung gab es an diesem Standort keine.
Im Dirminger Brühlpark wurden keine Brutzeitbegehungen durchgeführt. Vier von fünf Vogelkästen waren von Meisen belegt (80%), zudem fand sich eine weitere Meisenbrut in einer der Fledermaushöhlen.
Unsere Wasseramselkästen wurden dieses Jahr nicht gereinigt. Dies hat den einfachen Grund, dass wir zu lange gewartet hatten und im Januar/Anfang Februar dann die Wasserstände der Flüsse zu hoch waren, um an die Kästen zu gelangen (diese wurden jedoch nicht überspült). Da die Wasseramsel ab Mitte/Ende Februar bereits mit der Brut begonnen haben könnte, wurde von einer Reinigung abgesehen und diese wird nochmals im kommenden Herbst/Winter stattfinden.
Fledermauskästen: Ergebnisse 2025 und Vergleich mit den Vorjahren
Da eine konkrete Überprüfung (z.B. mit einem Endoskop) nicht durchgeführt wird, ist bei allen Flachkästen eine klare Aussage zu einer Annahme nicht möglich (Tab. 2). Über Kotreste von Fledermäusen konnte jedoch die Annahme von ausgebrachten Fledermaushöhlen festgestellt werden. Insgesamt bei neun Fledermaushöhlen (=18%) fand sich bei der Säuberung Fledermauskot am Kastenboden, in allen Fällen wenig, sodass es sich hier nicht von einer Wochenstube, sondern einem Tagesversteck von Einzeltieren ausgegangen wurde. In weiteren jeweils zehn weiteren Fällen (je 20%) kam es zu einem Besatz durch Meisen, welche darin brüteten, oder aber es fanden sich Kleinsäugernester (Tab. 2). Bei verlassenen Kleinsäugernester (meist Gelbhals- oder Waldmäuse) wurden diese gereinigt, bei besetzten die Kästen wieder verschlossen. In drei Fällen (=6%) fanden sich dieses Jahr verlassene Nester von Hornissen oder Wespen (Tab. 2).
Schaut man sich den Besatz der Fledermaushöhlen seit 2021 an, sieht man, dass dieser von ca. 30-40% auf 60-70% gestiegen ist. Trotz leichter Schwankungen sind ca. 20-30% tatsächlich von Fledermäusen besetzt, die übrigen von Meisen, Kleinsäugern, Hornissen oder Wespen (Abb. 4).
Fazit
Der allergrößte Teil unserer Höhlenkästen wurde von Vögeln auch im vergangenen Jahr zur Brut genutzt (ca. 80%; Abb. 5). Dies zeigt, dass es einen großen Bedarf an Brutplätzen für höhlenbrütende Arten gibt, selbst in unserem Naturschutzgebiet. Doch nicht nur die häufigen Blau- und Kohlmeisen profitieren davon, v.a. durch eine hohe Anzahl an Nisthilfen verbleiben auch freie für seltene und Rote-Liste-Arten. Hier sind dieses Jahr erneut Bruten von Trauerschnäpper zu nennen.
Fasst man alle Bruten 2025 zusammen und schätzt die Anzahl flügge gewordener Individuen anhand der minimalen und maximalen Gelegegröße der einzelnen Arten ab (tote Küken wurden auch dieses Jahr nie, unausgebrütete Eier nur in seltenen Fällen gefunden; von einer Prädation in den geschützten Kästen wird auch nicht ausgegangen, obgleich die Gelbhals- und Waldmäuse auch Vogeleier und -bruten fressen können!) kommt man auf folgende Werte:
- 408-816 Meisen
- 36-72 Stare
- 35-63 Kleiber
- 10-16 Trauerschnäpper
- 12-18 Feldsperlinge
- 4-12 Grauschnäpper
Insgesamt also 505 bis 997 Jungvögel, die im Jahr 2025 unsere Nisthilfen verließen!
Über die letzten Jahre stieg diese geschätzte Anzahl an Jungvögeln v.a. natürlich aufgrund der steigenden Zahl ausgebrachter Nisthilfen an; in diesem Jahr stagniert die Zahl, aber es muss beachtet werden, dass die Wasseramselnisthilfen fehlen, hier kam es sicherlich zu weiteren Bruten (Abb. 6).
Betrachtet man letztlich die Mindestanzahl der Brutpaare aller nachgewiesener Vogelarten (Bruten in Kästen und die Anzahl von Brutrevieren außerhalb, z.B. von Heckenbrütern), sieht man, dass diese sich im Mittelwert über die Jahre hinweg auf einem recht stabilen Niveau bewegen (vgl. durchschnittliche Brutpaare pro Standort in Abb. 7, gelb hervorgehoben; die Standardfehler überschneiden sich allesamt, weshalb von keinen signifikanten Unterschieden zwischen den Jahren ausgegangen werden kann).
Tab. 3: Insgesamt nachgewiesene Vogelarten und Brutvogelarten pro Jahr auf allen Transekten. Die Arten sind alphabetisch nach Trivialnamen geordnet. Rot gedruckte Arten stehen im Saarland auf der Roten Liste (inklusive Vorwarnliste), blau hinterlegt sind Natura 2000-Arten. Die Brutzeitcodes bedeuten A = mögliches, B = wahrscheinliches und C = sicheres Brüten.
Insgesamt wurden inzwischen zusammen über die fünf Jahre 97 unterschiedliche Vogelarten auf den Transekten erfasst, wovon 71 mögliche bis sichere Brutvögel an den betrachteten Standorten darstellen. Darunter finden sich 18 Arten der Roten Liste des Saarlandes und ebenso viele Natura 2000-Arten.
| Artenzahl 2021 | Artenzahl 2022 | Artenzahl 2023 | Artenzahl 2024 | Artenzahl 2025 | Brutvögel 2021 | Brutvögel 2022 | Brutvögel 2023 | Brutvögel 2024 | Brutvögel 2025 |
70 | 70 | 76 | 72 | 75 | 57 | 54 | 61 | 59 | 63 |
| Amsel | Amsel | Amsel | Amsel | Amsel | B | C | C | C | B |
| Bachstelze | Bachstelze | Bachstelze | Bachstelze | Bachstelze | A | C | A | C | A |
| Baumpieper | Baumpieper | A | B | ||||||
| Bergfink | Bergfink | ||||||||
| Blaumeise | Blaumeise | Blaumeise | Blaumeise | Blaumeise | C | C | C | C | C |
| Bluthänfling | B | ||||||||
| Braunkehlchen | |||||||||
| Buchfink | Buchfink | Buchfink | Buchfink | Buchfink | B | B | B | B | B |
| Buntspecht | Buntspecht | Buntspecht | Buntspecht | Buntspecht | B | B | B | C | B |
| Dohle | Dohle | Dohle | Dohle | A | |||||
| Dorngrasmücke | Dorngrasmücke | Dorngrasmücke | Dorngrasmücke | Dorngrasmücke | B | B | B | B | B |
| Eichelhäher | Eichelhäher | Eichelhäher | Eichelhäher | Eichelhäher | A | A | A | A | A |
| Eisvogel | Eisvogel | Eisvogel | Eisvogel | A | A | A | A | ||
| Elster | Elster | Elster | Elster | Elster | A | A | A | C | C |
| Erlenzeisig | Erlenzeisig | Erlenzeisig | Erlenzeisig | Erlenzeisig | |||||
| Feldlerche | Feldlerche | Feldlerche | A | A | B | ||||
| Feldschwirl | A | ||||||||
| Feldsperling | Feldsperling | Feldsperling | B | B | C | ||||
| Fichtenkreuz-schnabel | A | ||||||||
| Fischadler | |||||||||
| Fitis | Fitis | Fitis | Fitis | B | A | A | A | ||
| Gartenbaum-läufer | Gartenbaum-läufer | Gartenbaum-läufer | Gartenbaum-läufer | Gartenbaum-läufer | C | A | C | B | B |
| Gartengrasmücke | Garten-grasmücke | Gartengrasmücke | Gartengrasmücke | Gartengrasmücke | B | B | B | B | B |
| Gartenrot-schwanz | Gartenrot-schwanz | Gartenrot-schwanz | Gartenrot-schwanz | C | B | B | B | ||
| Gebirgsstelze | Gebirgsstelze | Gebirgsstelze | Gebirgsstelze | Gebirgsstelze | A | B | C | C | C |
| Gimpel | Gimpel | Gimpel | Gimpel | Gimpel | B | B | B | A | A |
| Goldammer | Goldammer | Goldammer | Goldammer | Goldammer | B | B | B | B | B |
| Graureiher | Graureiher | Graureiher | Graureiher | Graureiher | C | A | |||
| Grauschnäpper | Grauschnäpper | Grauschnäpper | Grauschnäpper | C | C | C | C | ||
| Grauspecht | A | ||||||||
| Grünfink | Grünfink | Grünfink | Grünfink | Grünfink | A | A | A | A | B |
| Grünspecht | Grünspecht | Grünspecht | Grünspecht | Grünspecht | B | B | B | B | B |
| Habicht | A | ||||||||
| Haubenmeise | Haubenmeise | Haubenmeise | A | ||||||
| Hausrotschwanz | Hausrotschwanz | Hausrotschwanz | Hausrotschwanz | Hausrotschwanz | A | A | B | A | |
| Haussperling | Haussperling | Haussperling | Haussperling | Haussperling | A | A | C | C | C |
| Heckenbraunelle | Heckenbraunelle | Heckenbraunelle | Heckenbraunelle | Heckenbraunelle | B | B | B | B | B |
| Hohltaube | Hohltaube | Hohltaube | Hohltaube | Hohltaube | B | B | B | B | B |
| Jagdfasan | Jagdfasan | Jagdfasan | Jagdfasan | B | A | A | B | ||
| Kanadagans | Kanadagans | Kanadagans | Kanadagans | Kanadagans | A | B | C | A | |
| Kernbeißer | Kernbeißer | Kernbeißer | Kernbeißer | B | B | A | B | ||
| Klappergras-mücke | Klappergras-mücke | Klappergras-mücke | Klappergrasmücke | Klappergras-mücke | B | B | B | B | B |
| Kleiber | Kleiber | Kleiber | Kleiber | Kleiber | C | C | C | C | C |
| Kleinspecht | Kleinspecht | A | |||||||
| Kohlmeise | Kohlmeise | Kohlmeise | Kohlmeise | Kohlmeise | C | C | C | C | C |
| Kolkrabe | Kolkrabe | Kolkrabe | Kolkrabe | A | A | ||||
| Kormoran | Kormoran | Kormoran | Kormoran | Kormoran | |||||
| Kuckuck | Kuckuck | Kuckuck | A | A | A | ||||
| Mauersegler | Mauersegler | Mauersegler | Mauersegler | A | |||||
| Mäusebussard | Mäusebussard | Mäusebussard | Mäusebussard | Mäusebussard | C | C | C | C | C |
| Mandarinente | B | ||||||||
| Mehlschwalbe | Mehlschwalbe | Mehlschwalbe | Mehlschwalbe | Mehlschwalbe | |||||
| Misteldrossel | Misteldrossel | Misteldrossel | Misteldrossel | Misteldrossel | B | B | B | B | B |
| Mittelspecht | Mittelspecht | Mittelspecht | Mittelspecht | Mittelspecht | B | B | B | B | A |
| Mönchsgras-mücke | Mönchsgras-mücke | Mönchsgras-mücke | Mönchsgras-mücke | Mönchsgras-mücke | B | B | B | B | B |
| Nachtigall | Nachtigall | B | B | ||||||
| Neuntöter | Neuntöter | Neuntöter | Neuntöter | C | A | A | A | ||
| Nilgans | Nilgans | ||||||||
| Pirol | A | ||||||||
| Rabenkrähe | Rabenkrähe | Rabenkrähe | Rabenkrähe | Rabenkrähe | A | B | A | C | A |
| Rauchschwalbe | Rauchschwalbe | Rauchschwalbe | Rauchschwalbe | Rauchschwalbe | |||||
| Ringdrossel | |||||||||
| Ringeltaube | Ringeltaube | Ringeltaube | Ringeltaube | Ringeltaube | B | B | B | B | B |
| Rotdrossel | |||||||||
| Rotkehlchen | Rotkehlchen | Rotkehlchen | Rotkehlchen | Rotkehlchen | C | B | C | C | B |
| Rotmilan | Rotmilan | Rotmilan | Rotmilan | Rotmilan | A | ||||
| Schwanzmeise | Schwanzmeise | Schwanzmeise | Schwanzmeise | Schwanzmeise | A | B | C | ||
| Schwarzmilan | Schwarzmilan | Schwarzmilan | |||||||
| Schwarzspecht | Schwarzspecht | Schwarzspecht | Schwarzspecht | Schwarzspecht | B | B | B | A | B |
| Schwarzstorch | |||||||||
| Silberreiher | Silberreiher | Silberreiher | |||||||
| Singdrossel | Singdrossel | Singdrossel | Singdrossel | Singdrossel | B | B | B | B | B |
| Sommergold-hähnchen | Sommergold-hähnchen | Sommergold-hähnchen | Sommergold-hähnchen | A | B | B | B | ||
| Sperber | Sperber | Sperber | A | A | A | ||||
| Star | Star | Star | Star | Star | C | C | C | C | C |
| Stieglitz | Stieglitz | Stieglitz | Stieglitz | B | A | B | B | ||
| Stockente | Stockente | Stockente | Stockente | Stockente | B | B | C | C | B |
| Straßentaube | Straßentaube | ||||||||
| Sumpfmeise | Sumpfmeise | Sumpfmeise | Sumpfmeise | Sumpfmeise | B | C | B | B | B |
| Sumpfrohr-sänger | Sumpfrohr-sänger | Sumpfrohr-sänger | Sumpfrohr-sänger | Sumpfrohr-sänger | B | C | A | B | A |
| Tannenmeise | Tannenmeise | Tannenmeise | Tannenmeise | Tannenmeise | B | A | A | C | B |
| Trauerschnäpper | Trauer-schnäpper | Trauerschnäpper | Trauerschnäpper | Trauerschnäpper | C | C | C | C | C |
| Turmfalke | Turmfalke | Turmfalke | Turmfalke | Turmfalke | |||||
| Turteltaube | Turteltaube | A | A | ||||||
| Wacholderdrossel | Wacholderdrossel | Wacholderdrossel | Wacholderdrossel | Wacholderdrossel | A | A | A | C | A |
| Waldbaumläufer | Waldbaumläufer | Waldbaumläufer | A | A | A | ||||
| Waldkauz | Waldkauz | A | A | ||||||
| Waldlaubsänger | Waldlaubsänger | A | A | ||||||
| Wasseramsel | |||||||||
| Weidenmeise | Weidenmeise | Weidenmeise | Weidenmeise | A | A | A | C | ||
| Weißstorch | Weißstorch | ||||||||
| Wendehals | A | ||||||||
| Wespenbussard | Wespenbussard | A | A | ||||||
| Wiesenpieper | |||||||||
| Wintergold-hähnchen | Wintergold-hähnchen | Wintergold-hähnchen | Wintergold-hähnchen | Wintergold-hähnchen | B | A | A | B | A |
| Zaunkönig | Zaunkönig | Zaunkönig | Zaunkönig | Zaunkönig | B | B | B | B | B |
| Zilpzalp | Zilpzalp | Zilpzalp | Zilpzalp | Zilpzalp | B | B | B | B | B |

Abb. 2: Anzahl der pro Jahr erfassten Brutvogelarten (orange Balken) und allen Vogelarten inklusive Gastvögel (blaue Balken) auf allen Transekten.

Abb. 3: Anzahl der pro Jahr erfassten Brutvogelarten (orange Balken) und allen Vogelarten inklusive Gastvögel (blaue Balken) auf den einzelnen Transekten. A = Alsweiler Bruchelsbach, B = Berschweiler Rohrbach, BB = Schullandheim Biberburg Berschweiler, E = Eppelborn/Klingelfloß, U = Urexweiler Rübendellbach, BU = Wald zwischen Bersch- und Urexweiler, UH = zwischen Urex- und Hirzweiler, BP = Brühlpark Dirmingen

Abb. 4: Prozentualer Besatz der Fledermaushöhlen über die fünf Jahre und Anteil am Besatz durch Fledermäuse, Meisen, Kleinsäuger, Hornissen oder Wespen.

Abb. 5: Anzahl der durch Meisen, andere Vogelarten oder nicht besetzte Höhlenkästen in unserem Verbandsgebiet 2025.

Abb. 6: Geschätzte minimale und maximale Anzahl an Jungvögeln, die 2021-2025 unsere Nisthilfen verließen.

Abb. 7: Mindestzahl bei den Begehungen festgestellter Brutreviere auf den Transekten aller Vogelarten (also Höhlen-, Hecken-, Baumbrüter etc.). Die höchsten Vogeldichten finden sich demnach am Schullandheim und in der Eppelborner ILL-Aue, der Mittelwert (gelb hervorgehoben) bewegt sich 2021-2025 auf einem recht stabilen Niveau (leicht positiver Anstieg, es kamen aber auch artenreiche Standorte wie Hirzweiler hinzu) zwischen ca. 45 und 65 Revieren pro Standort.

